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Kein Kavaliersdelikt – die Steuerhinterziehung

Schätzungen zufolge entgehen dem deutschen Fiskus jedes Jahr rund 125 Milliarden Euro durch Steuerhinterziehung. Deswegen ist die Steuerhinterziehung kein Kavaliersdelikt. Der Beschuldigte eines Steuerhinterziehungsverfahrens sieht sich gleich zwei Verfahren ausgesetzt:

  • dem Strafverfahren, das empfindliche Strafen nach sich ziehen kann, und
  • dem parallel verlaufenden Besteuerungsverfahren, bei dem durch die Steuernachzahlungen und Zinsen auf hinterzogene Beträge häufig die Existenz des Steuerschuldners auf dem Spiel steht.

Doch aufgrund des komplexen deutschen Steuerrechts ist der Tatbestand der Steuerhinterziehung schnell erfüllt und erfordert nur wenig kriminelle Energie. In jedem Fall sollte ein Anwalt eingeschaltet werden – schon beim bloßen Verdacht auf eine mögliche Steuerhinterziehung und erst recht bei einem bereits eingeleiteten Ermittlungsverfahren.

Gut zu wissen: Ab einer gewissen Summe muss jeder Mensch, der etwas erbt oder ein Geschenk bekommt, Steuern bezahlen – unabhängig davon, ob ein Haus, ein Unternehmen, Bargeld oder Aktienpakete vererbt oder geschenkt werden. Ein Fachanwalt für Steuerrecht kann hier weiterhelfen.

Steuerhinterziehung – was fällt alles darunter?

Nach § 370 der Abgabenordnung (AO) begeht jeder eine Steuerhinterziehung, der vorsätzlich oder durch eine pflichtverletzende Unterlassung eine Steuerminderung für sich erreicht – oder einen anderen, nicht gerechtfertigten Steuervorteil.

Dabei ist eine Steuerhinterziehung schnell geschehen, zum Beispiel wenn man falsche oder unvollständige Angaben

  • bei den Steueranmeldungen,
  • in der Steuererklärung,
  • in den Anträgen oder
  • während der Auskünfte macht.

In jedem dieser Punkte ist entscheidend, welcher Auffassung die Finanzverwaltung ist. Denn hier wird entschieden, ob eine Angabe richtig und vollständig ist. Der Vorwurf der Steuerhinterziehung steht schnell im Raum! Und es gibt kein Pardon bei Steuerstraftaten, denn in der AO sind Geldstrafen und Freiheitsstrafen von bis zu 5 Jahren festgeschrieben – in besonders schweren Fällen sogar von bis zu 10 Jahren:

Hinterzogener Betrag Strafmaß der Steuerstraftat
bis zu 1.000 € Einstellung gegen Auflage
bis zu 50.000 € Geldstrafe
zwischen 100.000 € und 1 Mio. € Freiheitsstrafe oder Geldstrafe
mehr als 1 Mio. € Freiheitsstrafe ohne Bewährung

Erschwerend kommt hinzu: Bei Steuerhinterziehungen von mehr als 1 Mio. € findet die Hauptverhandlung öffentlich statt!

Bemerkt man also, dass Angaben unvollständig oder sogar fehlerhaft gemacht worden sind, sollte man diese unbedingt sofort berichtigen (§ 153 AO – Berichtigungen von Erklärungen). Es gibt nur eine einzige Ausnahme: Hat sich das Finanzamt versehen oder geirrt, begeht der Steuerzahler keine Steuerhinterziehung.

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Letzter legaler Ausweg: die strafbefreiende Selbstanzeige

Diese spezielle Form der Selbstanzeige nach § 371 AO (Selbstanzeige bei Steuerhinterziehung) kann bei einer vollendeten Steuerhinterziehung dabei helfen, empfindliche Haft- oder Geldstrafen abzuwehren. Hier ist die korrekte Ausführung aber entscheidend – daher sollte sich ein Steuerhinterzieher in diesem Fall unbedingt von einem Fachanwalt für Steuerstrafrecht beraten lassen.

Wir bei BlumLang übernehmen für Sie schnell und diskret:

  1. Die Erstellung einer strafbefreienden Selbstanzeige
  2. Die Verteidigung im Steuerstrafverfahren
  3. Die Vertretung in Steuer Ordnungswidrigkeitsverfahren
  4. Die Betreuung von Erben bei Schwarzgeld in der Erbschaft